Morbus Dupuytren

Der Morbus Dupuytren oder auch die Wikinger-Krankheit ist eine sehr häufige Erkrankung, die bereits in den Genen verankert ist und unterschiedlich früh und unterschiedlich stark zur Ausprägung kommt. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Im Regelfall ist der Morbus Dupuytren eine Erkrankung des älteren Menschen, es können aber im Einzelfall auch junge Menschen erkranken. Bei Kindern ist die Wikinger-Krankheit eine Rarität.

 

Zunächst bilden sich Knoten in der Handfläche und an den Fingern, später Stränge, die zu einer nicht korrigierbaren Beugung der Finger führen können (sog. Beuge-Kontraktur oder Dupuytren-Kontraktur). Meistens sind Ring- und Kleinfinger betroffen, es können aber auch andere Finger befallen sein. Oft versuchen Betroffene, die Finger durch kräftige Dehnübungen zu strecken, was das Fortschreiten der Kontraktur aber beschleunigen kann und somit kontraproduktiv ist.

 

Wann und welche Behandlung erforderlich ist, ist individuell sehr unterschiedlich und sollte frühzeitig mit dem Handchirurgen besprochen werden. Da die Erkrankung nicht selten wiederkehrt, sollte die Indikation zur ersten Operation immer kritisch gestellt werden. Wenn aber die Fingermittelgelenke (sog. PIP-Gelenke) betroffen sind, sollte wiederum nicht zu lange gewartet werden, da lange bestehende PIP-Gelenks-Kontrakturen zwar operativ beseitigt werden können, aber nicht selten aufgrund der Gelenkschädigung mit einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis einhergehen. Grundsätzlich gilt: lieber einmal zu früh beim Handchirurgen vorgestellt als zu spät gekommen. Wenn eine Operation erforderlich ist, wird so viel wie nötig von dem Dupuytren-Gewebe entfernt, die kann in örtlicher oder in Vollnarkose geschehen. Der Vorteil der Operation ist, dass 80% der Patienten nach 5 Jahren kein Rezidiv haben.

 

Minimalinvasive Therapien spielen beim Morbus Dupuytren eine wichtige Rolle. Die klassische Nadelfasziotomie (PNF) kann bei selektierten Befallsmustern gute Ergebnisse mit relativ geringem Kollateralschaden erreichen. Der Vorteil der PNF ist, dass der Eingriff sehr gut verkraftet wird, und man relativ schnell wieder einsetzbar ist. Der Nachteil ist, dass es deutlich häufiger und schneller als nach der OP zu einer erneuten Kontraktur kommt. Einer Studie zufolge haben 80% aller PNF-behandelten Patienten nach 5 Jahren wieder eine Kontraktur.

 

Neuerdings gibt es auch eine enzymatische Behandlung, bei der das Dupuytren-Gewebe durch einspritzen von Kollagenase aufgelöst wird. Am darauffolgenden Tag wird der Finger kontrolliert gestreckt. Diese Behandlung wird in Deutschland aber nur von der privaten Krankenkasse erstattet. Die Ergebnisse gleichen denen der Nadelfasziotomie.

Behandlungsangebot

  • Minimalinvasive Verfahren: Kollagenase-Spritze, Nadelaponeurotomie/PNF
  • Operation bei Dupuytren- Kontraktur in Lokalanästhesie oder unter Narkose