Fehlbildungen der Hand

Angeborene Fehlbildungen von Hand und Unterarm sind in Relation zur Anzahl der Geburten relativ selten. Sie entstehen meist spontan durch eine Veränderung des Erbmaterials, können aber auch durch toxische Einflüsse, Alkohol-, bzw. Nikotin und Tablettenmissbrauch in der Schwangerschaft ausgelöst werden.

 

Am häufigsten findet man verwachsene Finger (Syndaktylien), aber auch zu kurze Finger (Brachydaktylie) oder überzählige Finger (Polydaktylie, z.B. “Doppeldaumen“), Kurzfingrigkeit mit Verwachsung (Symbrachydaktylie), Unterarmfehlbildungen wie die sogenannte “Klumphand“ und durch Abschnürung fehlgebildete Finger oder Arme (Amniotisches-Band-Syndrom oder auch Schnürringe) kommen vor. Bei Fehlstellungen handelt es sich meist um Gelenkverformungen. Zu den möglichen Erscheinungsbildern zählen seitlich abgeknickte Fingerglieder (Klinodaktylie), überproportional große Finger (Makrodaktylie) oder die Kamptodaktylie, eine übermäßige Beugestellung eines Fingermittel-Gelenks bei Kleinkindern oder aber um das zwölfte Lebensjahr (Typ 2).

 

Kinder mit angeborenen Fehlbildungen und Fehlstellungen von Hand und Unterarm sollten möglichst frühzeitig von einem spezialisierten Handchirurgen gesehen werden. Sollte in einem pränatalen Ultraschall bereits eine Fehlbildung zu erkennen sein, empfehlen wir eine Erstvorstellung noch vor der Geburt, um mögliche Therapieschritte nach der Geburt zu besprechen. Sollte die Fehlbildung direkt nach der Geburt erkannt werden, empfehlen wir eine Erstvorstellung in den ersten Lebenswochen.

 

Nicht alle angeborenen Handfehlbildungen bedürfen eines operativen Vorgehens. Bei zahlreichen Arten von Fehlbildungen kann eine Operation helfen. Diese sollte je nach Fehlbildungstyp mit ungefähr einem halben Jahr angestrebt werden, einige Veränderungen erfordern aber schon eine zeitigere chirurgische Intervention. Manche Krankheitsbilder können aber auch später versorgt werden, spätestens vor der Einschulung sollten Fehlbildungen in der Regel korrigiert sein, um eine Stigmatisierung des Kindes zu verhindern. Der operative Aufwand ist dabei sehr unterschiedlich, und damit auch die Dauer der Operation und der Nachbehandlung.

 

Ganz besonders wichtig ist, dass die Eltern frühzeitig ausführlich beraten werden, um Ängste abzubauen und eine Traumatisierung des Kindes zu vermeiden.

Behandlungsangebot

  • Syndaktylie (zusammengewachsene Finger)
  • Symbrachydaktylie (Verkürzte und zusammengewachsene Finger)
  • Kamptodaktylie (Spontane Krümmung des Kleinfingers im Gelenk)
  • Klinodaktylie (Abknicken meist des Kleinfingers in Richtung Daumen)
  • Makrodaktylie (Fingervergrößerung)
  • Brachydaktylie (zu kurze Finger)
  • Polydaktylie (zu viele Finger)
  • Doppeldaumen
  • Daumenhypoplasie oder Aplasie (Unterentwickelter oder fehlender Daumen)
  • Pollex flexus congenitus (Pollex rigidus/feststehender Daumen)
  • Reduktionsfehlbildungen (Radiushypoplasie/Aplasie)
  • Angeborene Ellenüberlänge (Ulna-Plus)
  • Madelung-Deformität